Der Archäologische Wanderweg

Die Altenburg liegt auf einer Erhebung von 432m ü.NN. zwischen den Gemeinden Bad Zwesten, Neuental und Borken und ist aus allen Himmelsrichtungen weithin sichtbar. Sie bot durch ihre Lage schon in frühester Zeit die Möglichkeit einer guten Befestigung. Kulturhistorisch sind Spuren aus der Bronzezeit nachzuweisen. Eine intensivere Nutzung erfuhr die „alte Burg“ Altenburg während der Eisenzeit ab ca. 750 v. Chr. (Keltenzeit), in der keltische Einflüsse oder die Kelten selbst die Gegend beherrschten. Die Anlage weist aufgrund der Größe und der Befestigung auf ihre besondere Bedeutung hin..

Auf Initiative von Friedrich Döring (Geschichtsverein Borken) wurde im Rahmen des Projektes „Vision 2030" die Idee entwickelt, diese bedeutsamen Hinterlassenschaften im Rahmen eines Wanderweges der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.  Organisation und Realisierung des Projektes lagen beim Zweckverband Schwalm-Eder-West und den Anliegerkommunen Bad Zwesten, Borken (Hessen) und Neuental. Einbezogen sind der Förderverein Schwalm-Eder-West und die Heimat- und Geschichtsvereine aus Bad Zwesten, Borken und Neuental. Unterstützt wurde die Wanderwegekonzeption durch das Land Hessen aus Mitteln des Landtourismus und durch das Landesamt für Denkmalpflege sowie durch Spenden der Kreditinstitute aus der Region.
Auf einer Strecke von ca. 6 km wurde ein Rundwanderweg ausgeschildert. Startpunkt ist der Grillplatz in Neuental- Römersberg. Informationstafeln an 13 Stationen entlang des Rundweges erläutern die Höhepunkte der Anlage vom 19. Jahr- hundert bis zur Eisenzeit. Endpunkt ist der Aussichtsturm auf der Altenburg. So lassen sich die in der Landschaft vorkommenden Hinweise und Strukturen der Keltenzeit und späterer Epochen anschaulich vermitteln.

Ein Informationsblatt und eine Fachbroschüre informieren über den Wanderweg und die Kulturgeschichte der Altenburg. Die Gemeinde Neuental plant in Verbindung mit dem Förderverein „Schwalmaue“ in der nächsten Ausbaustufe den originalgetreuen Nachbau einer Keltenscheune am Grillplatz in Römersberg, um die Bedeutung der Anlage noch weiter zu verdeutlichen und diese touristisch zu erschließen. 

 

Die Altenburg  

(Text aus Wikipedia.de   /   Stand: 03.01.2010)

Die Altenburg bei Römersberg im Schwalm-Eder-Kreis gehört zu den am besten erhaltenen Ringwallanlagen der keltischen Zeit in Nordhessen, deren imposante Wälle noch heute im Gelände gut
sichtbar sind.
Der äußere Wall hat ein gut erhaltenes Zangentor im Südosten.

Früheste Spuren menschlicher Anwesenheit auf der Altenburg sind schon für die Zeit der neolithischen Michelsberger Kultur (5500 bis 4900 v. Chr.) nachgewiesen. Eine dauerhafte Besiedlung bereits in dieser Zeit erscheint jedoch unwahrscheinlich.
Erst zu Beginn der Hallstattzeit, um 750 v. Chr. (Hallstatt C), wurde der Berg häufiger aufgesucht, längerfristiger besiedelt und vermutlich auch bereits befestigt. Über das datierbare Fundmaterial ließen sich mehrere Kulturphasen bis zur mittleren La-Tène-Zeit, um 150 v. Chr. (La Tène C), nachweisen.

Die Ringwallanlage und befestigte Höhensiedlung ist um den Gipfel herum angelegt worden. Sie bedeckt eine Gesamtfläche von rund 8,3 Hektar und ist von insgesamt drei
Verteidigungsringen umgeben mit heute noch bis zu 4 m hohen Wällen. Von der früheren Siedlung finden sich keine Steinreste mehr, da die Gebäude vermutlich aus Holz, Stroh und Lehm errichtet wurden.
Die äußere Befestigungslinie besteht aus einem Wall, der ein etwa 500 m x 200 m großes unregelmäßiges Rechteck einfasst. An den steilen West- und Ostflanken erübrigte sich ein Wall und es wurden statt dessen die Böschungen versteilt. In den flachen Bereichen ist streckenweise ein Graben vorgelagert. Die Ausgrabung von 1984 ergab, dass der Wall im südlichen Bereich mauerförmig als Holz/Erdwerk ausgeführt worden war.
Die mittlere Befestigungslinie ist nur im Süden als Wall in leicht geneigtem Gelände ausgeführt. Dort wurde das durch den Wall gesicherte Plateau als Siedlungsgelände genutzt. Die Wirkung der Wälle wurde dadurch verstärkt, dass Hänge künstlich versteilt wurden und so 12 m hohe Böschungen entstanden. Dadurch konnte auch der ehemalige Hauptzugangsweg von Süden gut verteidigt werden.
Der heute noch 2 m hohe Wall der inneren Befestigungsanlage hat eine dreieckige Form und umfasst eine Fläche von etwa 1,5 ha. Er weist Toröffnungen im Süden und Nordosten auf. Im flachen Gelände sind dem Wall Gräben vorgelagert gewesen, an den steilen Hangseiten dienten vermutlich Palisaden der Sicherung.
Die lebensnotwendige Wasserversorgung erfolgte in vorgeschichtlicher Zeit über mehrere Quellen, die heute versiegt sind bzw. nur in überdurchschnittlich feuchten Jahren noch ein wenig Wasser führen. Ihre Bedeutung wird durch den Umstand augenfällig, dass sie zum Teil recht aufwendig in das Wallsystem integriert wurden (Annexquelle, Hangquelle, Wallquelle).
Ausgrabung
Bei der Errichtung des Aussichtsturmes auf dem Gipfel des Berges Altenburg 1963 wurden zahlreiche Keramikscherben gefunden. Bereits zuvor gab es ähnliche Zufallsfunde auf dem Berg. 1984 fand eine archäologische Ausgrabung durch das Landesamt für Denkmalpflege statt. Dabei wurden zahlreiche Funde aus der mittleren La-Tene Zeit gemacht, unter anderem Waffen, Keramik, Werkzeuge und Pferdegeschirr.
Auch wurde ein mutmaßlicher Kult- oder Opferplatz entdeckt, an dem neben zahlreiche Keramikscherben 77 Eisenobjekte gefunden wurden. Die absichtlich unbrauchbar gemachten Objekte, wie Schwerter, Lanzen- und Pfeilspitzen, bezeugen ihren Charakter als Kult- oder Ritusobjekte.

 

mittleres Bild: Amt für Denmalpflege

Bild: Staatliches Museum Kassel