Das Leitbild des Museums ist das Leben und Wohnen in alter Zeit und wird ergänzt durch Sonderausstellungen.

Eine Ausstellung, kann nur einen Zeitraum abbilden, eine Momentaufnahme darstellen. Wir haben uns für die Zeit um die Jahrhundertwende zwischen 1870 und 1920 entschieden und die Wohnräume einer bürgerlichen Familie dargestellt.

Leben und Wohnen in alter Zeit  

Jeden Moment könnte der Grebe die Wohnstube betreten und an dem alten Sekretär seine Amtsgeschäfte wahrnehmen. Glückliche Umstände führten dieses gute Stück wieder restauriert in unser Heimatmuseum. Benutzt wurde er von Eckhardt Schmidt, hiesiger Grebe von 1892 bis 1904. Auch die Einrichtung ist aus jener Zeit und lädt zum Verweilen ein. Das Schlafzimmer nebenan erinnert an die Zeit, als es noch kein fließend Wasser und keinen elektrischen Strom gab. Dies ist auch in der Küche nicht notwendig. Als hätte die Hausfrau vor kurzem die Küche verlassen, sind die Geräte noch angeordnet. Das Brett für die Backstube, der gusseiserne Ofen mit den alten Pfannen und Kesseln, die Holzbank daneben, die Doerre sowie viele Geräte zur Milchherstellung und allerlei Kleinigkeiten rufen viele Erinnerungen hervor.
Die Räume zieren natürlich auch ältere Möbelstücke, die zeitgemäß wertvoll waren und in die Einrichtung integriert wurden. So wecken die Einrichtung und die Gebrauchs- gegenstände manche nostalgische Erinnerung und mancher Besucher fühlt sich in die Zeit seiner Kindheit zurück versetzt.

Schule und Kirche
An das schulische Leben erinnert ein altes Klassenzimmer, an dem manch jüngerer Besucher gern die Rolle des Lehrers einnimmt. Das Klassenzimmer befand sich im heutigen Rathaus, welches als Schulgebäude errichtet und genutzt wurde.
Das kirchliche Leben wird durch zahlreiche Bilder wiedergegeben. Die Kirche in der Nachbarschaft mit ihrem imposanten Kirchturm und der alten Wehrmauer zeugt auch heute noch von der langen Geschichte.
     

Jüdisches Leben
Auch an das Leben der jüdischen Gemeinde wird erinnert. Zum Gedenken an die ehemaligen jüdischen Einwohner wurden an den Wohnstätten sogenannte Stolpersteine in das Wegepflaster eingelassen (siehe Bild).                                                                             
Im Museum wurde eine Information über jüdische Familien, deren Häuser und Geschäfte eingerichtet.

       

Handwerksberufe
Zwesten war relativ autark. Was man zum Leben brauchte, wurde größtenteils selbst produziert. So ist der zweite Teil unserer Ausstellung dem Handwerker wie dem Zimmermann, dem Schneider, dem Schuster und dem Leineweber gewidmet. In der Schusterwerkstatt ist eine Glaskugel. mit Wasser gefüllt, Dies ist erforderlich, um das Licht der Kerze für die abendliche Arbeit zu streuen.

Nur die Landwirtschaft muss derzeit aufgrund der Größe der Gerätschaften ihren Platz in unserer umfangreichen Bilderausstellung einnehmen.

  

Bild: Schneiderei

Leinenherstellung
Um den Webstuhl herum wird die komplette Leinenherstellung vom Flachs bis zum Tuch dargestellt. Im Frühjahr wurde der Flachs gesät, im Herbst geerntet und über den Winter getrocknet. Der getrocknete Flachs wurde am Reff von den Samenkapseln getrennt, an der Breche wurde der Halm gebrochen und an der Schwinge und der Hechel die feine Faser extrahiert,. In den Wintermonaten wurde daraus am Spinnrad der Faden gesponnen, wobei in den Spinnstuben nicht nur der Faden, sondern auch manche gruselige oder heitere Geschichte gesponnen wurde.

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 Zwestener Quellen 
Der Aufstieg von Bad Zwesten hängt unmittelbar mit den hiesigen Quellen zusammen, die in Verbindung mit der Natur und der Erholung die Grundlage für die Entwicklung des Fremdenverkehrs und des Ortes bildeten.
Die Ausstellung zeigt die Geschichte seit der Erschließung und wirtschaftlichen Nutzung im Jahr 1914 bis heute.

 
Hessische Trachtenpuppen
Frau Cutik stellte uns die wertvolle Sammlung hessischer Trachtenpuppen schon zur Eröffnung des Museums zur Verfügung. Mit viel Liebe zum Detail hat sie die Puppen nach Originalvorlagen genäht, die Puppen eingekleidet und manches Detail wie z.B. Schwälmer Porzellen in Puppengröße anfertigen lassen.
Die Trachtenpuppen aus der Schwalm, aus Marburg, Schlitz, Hüttenberg, dem Odenwald sowie Arbeits- und bürgerliche Trachten finden seit der Eröffnung des Museums immer wieder großen Anklang und viel Bewunderung.

 

Hans-Otto-Galerie
Hans Otto studierte an der Kunstakademie Dresden, erlangte den Titel Meisterschüler und übernahm nach verschiedenen Zwischenstationen im Jahr 1959 als Studienrat die Aufgabe eines Kunsterziehers an der Jugenddorf-Christophorus-Schule in Oberurff. Hier fand er in seiner Freizeit immer wieder eine reiche Auswahl an Motiven in der nordhessischen Landschaft und in Bad Zwesten.
Das Vermächtnis von Hans Otto wurde durch seine Witwe Charlotte Otto (+2002) mit zahlreichen Aquarellen, Miniaturbildern, Graphiken und persönlichen Gegenständen in der „Hans-Otto-Galerie“ unseres Museums eingerichtet.


  
Vor- und Frühgeschichte
In Verbindung mit der eisenzeitlichen Altenburg und der bandkeramischen Siedlung gibt es Belege, dass der Lebensraum in Bad Zwesten bereits seit mehr als 7500 Jahren besiedelt wurde. Die Ausstellung zeigt Fundstücke aus der bandkeramischen Siedlung in Niederurff und der weiteren Umgebung des Schwalmbeckens.


 
Sonderausstellungen
Wechselnde Sonderaustellungen ermöglichen es, weitere Themen aus der Zwestener Geschichte aufzubereiten und lebendig zu erhalten.
Bisherige Ausstellungen waren:
1995 Hessische Trachtenpuppen
1996 Gemäldeausstellung Hans Otto
1998 Bauernkeramik
1999 Historische Kameras
2000 Antikes Spielzeug
2001 Küchen- und Haushaltsgeräte
2002 Leinenherstellung mit Webstuhlvorführungen
2003 Alte Ansichtskarten und „jüdisches Leben“
2005 Bad Zwestener Löwensprudel
2009 Weihnachts- und Silvesterpostkarten sowie                                                                
          Bilder zur Umgestaltung des Ortskerns im Rahmen der Flurbereinigung